Risse im Estrich sanieren

Risse und Scheinfugen in Estrichen dauerhaft, kraftschlüssig verbinden
Rissbildungen in Estrichen, völlig gleich ob calciumsulfat- magnesit- oder zementgebunden, lassen sich nicht vermeiden. Auch der Einbau von Estrichgittermatten kann eine Rissbildung nicht unterbinden. Sie verhindert lediglich eine Bewegung der gegeneinander liegenden Estrichscheiben. Risse sind ein alltägliches Problem, - oder sind sie wirklich ein Problem?
Selbst bei fachgerechter Estrichverlegung und Beachtung der normativen Vorgaben und Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln des Fachs können Rissbildungen auftreten. Die Regeln der Technik enthalten Maßnahmen, die der Rissbildung entgegenwirken, jedoch nicht vollkommen ausschließen können.
Unter der Vielzahl von den Erscheinungsbildern der Rissbildungen unterscheiden wir:
Haarrisse (Krakeleerisse)
Hierbei handelt es sich um feine Risse mit kleiner Maschenweite und geringer Tiefe. Sie entstehen überwiegend beim Austrocknen in den ersten Stunden nach dem Estricheinbau unter dem Einfluss von Abbindetemperatur und Zugluft. Unter Berücksichtigung dessen, dass sie keinen technischen Mangel begründen und die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit nicht negativ beeinträchtigen, stellen sie keinen Mangel dar.
 | <---Haarrisse in einem Zementestrich |
Netzrisse
Im Gegensatz zu den Haarrissen treten Netzrisse in größeren Maschen- und Rissbreiten auf, die sich in der Folgezeit noch erweitern. Im Extremfall können Netzrisse bei Verbundestrichen bis zur Verbundebene mit v-förmiger Oberfläche reichen. Sofern bei der Verlegung die normativen Vorgaben eingehahelten wurden und die Tragfähigkeit und Nutzungseigenschaften nicht nachteilig beeinflusst werden, stellen sie keinen technischen Mangel dar.
 | <--- Netzrisse in einem Verbundestrich |
Trennrisse
Trennrisse treten bei schwimmenden Estrichen und Trennestrichen, sowohl aber auch bei Verbundestrichen auf und trennen die gesamte Estrichscheibe. Der Rissverlauf ist im Gegensatz zu Haarrissen und Netzrissen nicht netzartig, sondern verlaufen geradlinig ggf. auch mit geringen Verzweigungen, die sich in der Folgezeit noch vergrößern können. Insbesondere bei schwimmend, auf Trennlage oder im Verbund verlegten Estrichen wird die Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit negativ beeinträchtigt und können als Mangel angesehen werden. Die Verantwortlichkeit dieser Rissbildungen ist durch die Ursächlichkeit zu ermitteln.
 | <--- Trennrisse in einer Betondecke |
 | <--- Trennriß im Querschnitt |
Zu den Trennrissen sind auch die bei der Estrichverlegung angeordneten Scheinfugen einzuordnen. Diese Scheinfugen werden bewusst durch Kellenschnitte als Sollbruchstellen angelegt. Hierdurch wird der Rissverlauf, deren Ursache mit Verkürzungen des Schwindens zementgebundener Estriche begründet ist, durch den Kellenschnitt im oberen Bereich der Estrichrandzone (etwa 30% der Plattendicke) vorgegeben. Sie sind abhängig von bestimmten Feldgrößen und Raumanordnungen vorgeschrieben. Diese Rissführungen stellen aus der Sicht des Estrichlegers keinen Mangel dar, müssen jedoch vor der Verlegung des Bodenbelages kraftschlüssig verbunden werden.
Im BEB-Arbeitsblatt „Risse in zementgebundenen Industrieböden“ (Mai 2003) wird hierzu aufgeführt:
„Risse in Beton/Estrich sind nicht in jedem Falle zu vermeiden. Risse lassen nicht zwangsläufig auf ein Abweichen vom „Stand der Technik“ schließen.“
Im BEB-Arbeitsblatt „Hinweise für Fugen in Estrichen – Teil 2 Fugen in Estrichen und Heizestrichen auf Dämmschichten nach DIN 18560 Teil 2“ (März 1994) wird unter Punkt V.4 „Scheinfugen“ aufgeführt:
„Scheinfugen werden im frischen Estrich mit einer Kelle angelegt und ausgebildet. Sie dürfen bei nicht beheizten Estrichen höchstens bis zur Hälfte, bei Heizestrichen, je nach Bauart, bis etwa einem Drittel der Estrichdicke eingeschnitten werden.
Scheinfugen werden nach Austrocknung bis zur Belegreife des Estrichs dauerhaft kraftschlüssig geschlossen“ (siehe nachfolgende Abbildung)
 | <--- Scheinfuge im Querschnitt |
 | <--- Kraftschlüssig geschlossene Fuge |
Weiterhin sagt auch die DIN 18560 Teil 2 (April 2004) unter Punkt 5.3.3 „Estrichfugen“ unter anderem:
„Nach dem Erhärten und Austrocknen des Estrichs sollen Scheinfugen kraftschlüssig, z.B. durch Vergießen mit Kunstharz, geschlossen werden. Die derart hergestellten und geschlossenen Scheinfugen müssen nicht beim Einbau der Bodenbeläge berücksichtigt werden, d.h., sie müssen nicht deckungsgleich in die Bodenbeläge übernommen werden.“
Wo liegen die Ursaschen von Rissbildungen?
Da Rissbildungen in der Regel durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren entstehen, ist die Ermittlung der rissauslösenden Ursachen in der Praxis sehr schwierig. Die Ursachen von Rissbildungen sind sehr vielschichtig und unterschiedlich. Insbesondere führen Zugspannungen im Estrich zu Rissbildungen. Sie entstehen durch:
1) Schwinden
Durch die Austrocknung eines Estrichs entstehen Volumens-
Änderungen (verkürzen). Die Austrocknung beginnt an die Estrichoberfläche und setzt sich nach innen (zur Unterseite) fort.
Der Schwindprozess der durch die Reaktion aus Zement und Wasser entsteht (chemisches Schwinden), bedeutet eine nebensächliche Ursache.
Ein weiterer Schwindprozess entsteht durch den Wasserentzug beim frischen, verformbaren Estrich. Dieser Schwindprozess wird als Frühschwinden bezeichnet. Dieser Schwindprozess kann durch eine fachgerechte Nachbehandlung weitgehend gesteuert werden.
z.B. Vermeidung von Zugluft
zu hohe Temperaturen unmittelbar nach der Estrichverlegung
Das Frühschwinden tritt vorrangig bei schwimmend verlegten Estrichen und Estrichen auf Trennlage auf, die keinen festen Verbund zum Untergrund haben. Bei Verbundestrichen treten diese Symptome bei ungleichem Verbund zum Untergrund (Hohlstellen) auf, da hierbei ungleichmäßige Spannungen auftreten.
Ein weiterer Schwindprozess entsteht bei dem Austrocknen in der
Folgezeit (Monate oder Jahre) im gesamten Estrichquerschnitt und
wird als Trocknungsschwinden bezeichnet.
2) Feuchtigkeitsgradient
Feuchtigkeitsdifferenzen entstehen bei unterschiedlicher Austrocknung des Estrichs. Sie werden durch unterschiedliche Estrichdicken oder / und unterschiedlich beheizter Flächenbereiche hervorgerufen.
Ein typisches Erscheinungsbild hierfür sich den bekannten Aufschüsselungen in Zimmerecken und Fugenbereiche. In diesen Flächenteilen erfolgt die Austrocknung von der Oberfläche des Estrichs und zugleich an den Fugenflanken, bzw. Flanken der Randfugen. Daraus folgernd sind, insbesondere bei mechanischen Lasteinwirkungen, Rissbildungen zu erwarten.
3) Temperaturunterschiede
Treten Temoperaturänderungen im Estrich auf, dies sind insbesondere Teilflächen vor großen Fensterfronten oder unterschiedliche Heizkreise in einem Flächenbereich, so treten bei nicht ausreichender Beweglichkeit des Estrichs Spannungen auf, die Rissbildungen verursachen können. In diesem Zusammenhang stehen auch die Anordnungen von funktionsfähigen Bewegungsfugen. An dieser Stelle soll auf die Erstellung eines Fugenplans mit Absprache der beteiligten Gewerke (Heizungsbauer, Estrichleger, Bodenleger und Fliesenleger) hingewiesen werden.
4) Thermische Belastung
Zu hohe Temperaturen bei Fußbodenheizungen oder
kurzfristig zu hohe Temperaturen
5) Mechanische Belastung
Durch zu frühe oder überhöhte mechanische Belastungen, ganz gleich ob in dynamischer oder statischer Form, treten Biegespannungen auf, die Rissbildungen zur Folge haben. Biegespannungen treten ebenfalls auf, wenn die Nutzlasten im Rahmen der Planung nicht berücksichtigt wurden. Darüber hinaus ist eine unzureichende Tragfähigkeit des Untergrundes (insbesondere bei Verbundestrichen) für Rissbildungen verantwortlich.
6) Materialeigenschaften
a) Zusammensetzung des Zuschlagstoffes (Sieblinie)
b) Art der Gesteinskörnungen
(sie müssen den geltenden Bestimmungen entsprechen)
c) Art der Zemente
(Anforderungen der DIN EN 197-1, bzw.DIN 1164)
d) Wasser-Bindemittel-Wert
e) Verwendung von Zusatzstoffen
(Glasfasern, Kunststofffaser, Farbpigmente, Gesteinsmehle, etc. sie beeinflussen den Wasseranspruch und damit die Verarbeitungskonsistenz)
f) Zusatzmittel (Beeinflussung bestimmter Eigenschaften)
(Betonverflüssiger, Fließmittel, Festigkeitssteigerne Zusätze etc.)
7) Einbaukriterien – Untergrund
a) Sonneneinstrahlung
b) Zeitpunkt der Beanspruchung
c) Offene Gebäudeteile
d) Zugluft
e) Risse im Untergrund (Verbundestrichen)
f) Nachbehandlungsmittel – Curing (Verbundestrichen)
g) Mangelnde Oberflächenfestigkeit des Untergrundes
(Verbundestrichen)
h) Estrich zu dünn
i) Rohre im Estrich
j) Falten in der Dämmschichtabdeckung
k) Kanten und Absätze in der Dämmschicht
l) Unebenheiten im Untergrund
m) Gefälleherstellung innerhalb der Estrichscheibe

Wann stellen Sie einen Mangel dar?
Vom Grundsatz her kann davon ausgegangen werden, dass Rissbildungen im Estrich, die nach den anerkannten Regeln des Fachs und den normativen Vorgaben verlegt wurden und die Einbaukriterien berücksichtigt wurden, als warentypische Eigenschaft zu betrachten sind und stellen aus der Sicht des Autors keinen Mangel dar – sind allerdings in dieser Form nicht belegereif.
Vielmehr können Rissbildungen deren Ursächlichkeit in der Abweichung der normativen Vorgaben, bzw. anerkannten Regeln des Fachs zu suchen sind, als Mangel angesehen werden.
Ob warentypische Eigenschaft oder Mangel – alle Risse müssen vor der Verlegung des Bodenbelages, ganz gleich welcher Art, kraftschlüssig verbunden werden. Sofern die Risse vor der Verlegung des Bodenbelages auf Dauer kraftschlüssig geschlossen wurden, können sie nicht mehr beanstandet werden. Der Estrich ist als Mangelfrei zu betrachten.
Im Zusammenhang mit der Verbinden der Rissbildungen sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Mängel vom Verursacher ohne Vergütung zu beseitigen sind. Dagegen muss das Schließen von Rissbildungen, die auf warentypische Eigenschaften zurückzuführen sind, gesondert beauftragt und auch besonders vergütet werden.
Systemauswahl nach Unterschiedlichen Anforderungen
Abdichten
Beseitigung Riss bedingter Unebenheiten zur Vermeidung von Folgeschäden
durch Wasser- oder Feuchtigkeitseinwirkung und zur Vermeidung
korrosionsfördernden Substanzen
Dehnfähiges Verbinden
Dehnfähige, aber kraftschlüssige Verbindung bei dynamischen Rissen
(z.B. Gebäuden in bodenabsenkenden Gebieten oder Erdbebengebieten)
Kraftschlüssiges Verbinden
Durch kraftschlüssige Verbindungen entstehen zug- und druckfeste Verbin-
dungen zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit und Sicherung gerissener
Bauteile
Mit kraftschlüssigen oder starren Injektionen können Risse in Stahlbetonteilen bzw. Estrichen homogen gefüllt und mit hoher Klebekraft zusammengefügt werden. Mit der kraftschlüssigen Verbindung der Rissflanken wird die ursprüngliche Tragfähigkeit wieder hergestellt.
Wie geht man bei der Sanierung richtig vor?
Der Auftragnehmer hat die Pflicht den Untergrund mit handwerksüblichen auf die Eignung zur Aufnahme des vorgesehenen Bodenbelages zu prüfen, jedoch nicht zu kontrollieren. Hierzu zählen u.a. vorhandene Rissbildungen im Untergrund.
In der DIN 18560 Teil 2 wird unter Punkt 5.3.3 aufgeführt, dass Scheinfugen kraftschlüssig, durch vergießen mit Kunstharz, geschlossen werden müssen. Im BEB-Merkblatt wird unter Punkt V.4 ebenfalls aufgeführt, dass Scheinfugen nach Austrocknung bis zur Belegreife des Estrichs dauerhaft kraftschlüssig zu schließen sind.
Bei dieser Sanierungsmaßnahme ist es von bedeutender Wichtigkeit, dass der dauerhafte kraftschlüssige Verbund wieder hergestellt wird.
Oft wird in Fachartikel der Begriff „fachgerecht verschließen“ oder „fachgerecht sanieren“ verwendet. Was heißt eigentlich fachgerecht sanieren??? – Eigentlich wäre die richtige Formulierung „mit Erfolg verbinden“, um der Forderung der normativen Vorgaben und anerkannten Regeln des Fachs, einer dauerhaft kraftschlüssigen Verbindung gerecht zu werden. Es wird an keiner der vorgenannten Ausführungen ein Aufschneiden längs und quer (im Abstand von 15 cm bis 25 cm) zum Rissverlauf ausgeführt bzw. gefordert. Auch das Einarbeiten von Estrichklammern wird an keiner Stelle erwähnt.
Lediglich in Abhandlungen und Arbeitsanweisungen der unterschiedlichen Kunstharzhersteller wird das Aufschneiden der Risse und Einlegen von Estrichklammern beschrieben und in irreführender Weise empfohlen, teilweise sogar gefordert.
Das Aufschneiden von Rissen erfordert einen erheblichen Zeitaufwand und ruft eine enorme Staubentwicklung hervor. Je nach Baufortschritt führt diese Staubentwicklung zu großen Probleme, bzw. ist erst gar nicht mehr durchführbar.

Ausschlaggebend für die Erzielung einer kraftschlüssigen Verbindung der Risse ist das verwendete Kunstharz, welches in das Porengefüge eindringt und sich verkrallt und somit eine kraftschlüssige Verbindung erzielt wird. Durch das Einschneiden wird der hierbei anfallende Staub in das Porengefüge gepresst. Selbst bei dem anschließenden Absaugen wird der Staub lediglich aus der oberen Estrichzone entfernt, während in der unteren Schnittzone verbleibt.
 | Aufgeschnittenes Heizrohr |
Das Einschneiden der Risse in Längs- und Querrichtung verbreitert die Risse und hat zudem einen wesentlich erhöhten Harzverbrauch zur Folge.
Eine nachteilige Nebenerscheinung bei der Verwendung von Estrichklammern besteht darin, dass, je nach Harztyp, die kraftschlüssige Verbindung mit Metall nur in geminderter Form eingegangen wird und somit eine Schwachstelle darstellt.
Die Verwendung von schnell härtenden Harztypen erweist sich insofern als nachteilig, da durch die verhältnismäßig schnelle Reaktion das Harz nicht tiefgründig in das seitliche Porengefüge und in den unteren Rissbereich in der Estrichscheibe eindringen kann.
Ausführung
Von großer Wichtigkeit ist es, vor der Sanierung der Risse, deren Ursache festzustellen, lokalisieren und zu beseitigen. Wird die Ursächlichkeit vorhandener Spannungen innerhalb der Estrichscheibe nicht beseitigt, werden nach der Rissverklebung die verbleibenden Spannungen weiterhin schädlich wirksam, d.h. es werden neue Rissbildungen auftreten.
Ein erfolgversprechendes, kraftschlüssiges Verbinden der Risse kann bei einer ausgetrockneten Estrichscheibe, wie nachfolgend aufgeführt, erfolgen.
1) Der Riss wird an der Oberfläche lediglich kraterförmig aufgekratzt
(d.h. es gelangt kein Staub in das Porengefüge des Estrichs; die hierbei anfallenden Bruchstücke lassen sich problemlos absaugen). Die kraterförmige Oberfläche verhindert das Weglaufen des Harzes vom Riss und gewährleistet den Verbleib auf dem Riss, das in der Folgezeit konzentriert in den Riss eindringen kann.
2) Absaugen der Risse
3) Einfüllen des lösungsmittelfreien, niedrigviskosen Klebe-, oder Injektionsharzes – das Klebeharz sollte zudem über eine lange „offene Zeit“ verfügen.
(Die niedrigviskose Einstellung und die „lange offene Zeit“ ermöglicht das Eindringen, selbst bei Haarrissen in das Porengefüge und in die untere Rissebene)
4) Bei breiteren Rissen das niedrigviskose Harzes in den Riss einzufüllen, damit das Porengefüge der Rissflanken gefüllt wird anschließend wird unter Zugabe von Quarzsand oder Stellmittel das Harz gefüllt um den Riss somit vollständig zu verschließen.
Je nach Rissbreite und Rissiefe und Füllgrad kann ein Nachsacken des Klebeharzes nicht ausgeschlossen werden. In diesem Fall kann ein nochmaliges Nachfüllen in der oberen Ebene des Risses erforderich werden.
5) Das überschüssige Harz auf der Estrichoberfläche mit einer Spachtel abziehen.
6) Die Oberfläche mit Quarzsand abstreuen.
7) FERTIG
Bei fachgerechter Ausführung kann mit diesem Verfahren eine dauerhaft kraftschlüssige Verbindung gewährleistet werden.

Querschnitt des kraftschlüssig geschlossenen Risses mit Unterseite der Estrichscheibe.
Abb.: Ausbaustück eines Anhydrit- Fließestrichs, der zuvor kraftschlüssig verbunden wurde. Deutlich ist die Einkerbung an der Estrichoberläche zu erkennen. Ebenfalls ist das seitliche Eindringen in die Rissflanken sichtbar. Das Harz ist durch die gesamte Estrichscheibe gedrungen und hat sich an der Unterseite des Estrichs verteilt. Die in dieser Form stattgefundene dauerhaft kraftschlüssige Verklebung des Risses lassen auch keine nachträglichen Höhenversätze erwarten.
FAZIT
☞ Kein Zeitaufwand für das Einschneiden der Risse
☞ Kein Staubanfall innerhalb des Gebäudes
☞ Keine Kosten für Trennscheiben
☞ Keine Kosten für Estrichklammern
☞ Kostensenkung durch geringeren Materialverbrauch
☞ Kein Zeitverlust durch Entweichen der Lösungsmittel
☞ Keine Geruchsbelästigung
Objektreport:
Kraftschlüssige Rissverbindung einer Betonplatte in einer Lagerhalle ohne Aufschneiden der Risse in Längs- und Querrichtung und ohne Verwendung von Estrichklammern.
Objekt: Betz Holding GmbH & Co. KG
72766 Reutlingen
Vorgabe des Bauherrn:
Keine Staubentwicklung
Ausführung: 2008 / 2009
Flächengröße: ca. 3.000 qm
Ausführung:
Fa. BS – BO Bodensysteme
88480 Oberbolzheim, Höhenstr. 19
Tel.: 07392 / 9633833
Qualitätssicherung:
IBQ Ingenieurgesellschaft für
Bauwerkserhaltung und Qualitäts-
Sicherung mbH, Dr.-Ing. K. Schönlin,
Das Eindringen des Klebeharzes in das offene Porengefüge der Rissflanken ist in diesem Bereich nicht möglich, bzw. wird negativ beeinträchtigt. Die erwartete kraftschlüssige Verbindung ist in Frage gestellt. Im Gegensatz hierzu weist die gebrochene (gerissene) Estrichzone eine erweiterte, porenfreie Oberfläche auf, die das Eindringen des Harzes in das Porengefüge problemlos ermöglicht und hierdurch die kraftschlüssige Verbindung gewährleistet.
Bei beheizten Fußbodenkonstruktionen besteht bei dem Aufschneiden der Risse die Gefahr, dass die Heizleiter beschädigt werden und erhebliche Kosten durch Regressansprüche verursdacht. Darüber hinaus wird die Bauzeit infolge der Instandsetzung und Austrocknung erheblich verzögert.
Die im Rahmen der Prüfung festgestellte Eindringtiefe von 3 cm bestätigen die Ausführungen des Verfassers und die vorgegebenen Materialeigenschaften des Herstellers.Eine Eindringtiefe von 30 mm in einer Estrichscheibe bedeutet ca., 66 % und gewährleistet mit dieser Eindringtiefe den dauerhaften kraftschlüssigen Verbund.
Anzumerken ist, dass in dieser kraftschlüssig verbundenen Betondecke im Rahmen der weiteren Nutzung keine Rissbildungen mehr aufgetreten sind.

Bezugsquelle: Indolin 165 „Klebe- und Injektionsharz“
Indolin Kunstharzsysteme
Schönsteiner Str. 5
34630 Gilserberg-Moischeid
Tel.: 06696 919 314
Fax: 06696 919 315
Der Verfasser Wilfried Schäfer ist von der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Estrichleger- und Bodenlegerhandwerk und Inhaber des
Saschverständigenbüros Wilfried Schäfer, sowie Inhaber der Firma Indolin Kunstharzsysteme