Tel.:
Fax:
E-Mail:
Web: http://www.www.ish-institut.de

Klebung von Design-Bodenbelagplanken

Verlegung/Klebung von Design-Bodenbelagplanken

Kraftschlüssiges Schließen von Scheinfugen/Kellenschnitte einer zementären Lastverteilungsschicht/Estrichkonstruktion und weitergehende Unterbodenvorbereitungsarbeiten

Zur Sache = Tatort Baustelle

Der Bauherr, also die Bestellerin, hat einen Auftragnehmer beauftragt, auf einer Grundrissfläche von mehreren Tausend Quadratmetern nach entsprechenden Unterbodenvorbereitungsarbeiten Design-Bodenbelagplanken funktionstauglich zu verlegen bzw. zu kleben.

Entsprechend der geschuldeten Leistung des Auftragnehmers gegenüber dem Besteller sollte dieser auch die Scheinfugen/Kellenschnitte funktionstauglich kraftschlüssig schließen.

Besonderer Hinweis

Ein Fugenplan bezüglich Bauwerksfugen und Bewegungsfugen innerhalb dieser Fußbodenkonstruktion hat nicht vorgelegen.

Die Estrichkonstruktion/Lastverteilungsschicht soll eine Dicke zwischen 80 und 90 mm aufweisen.

Die vorgenannten Scheinfugen/Kellenschnitte wurden mit einem Epoxidharzsystem geschlossen.

Es wurde weiterhin zu Protokoll gegeben, dass der Auftragnehmer nach diesem vorgenannten kraftschlüssigen Schließen der Scheinfugen/Kellenschnitte die Estrichoberfläche nochmals in besonderer Weise („im Scheinfugenbereich“) mechanisch vorbereitet hat.

Feststellungen im Rahmen der qualitativen und quantitativen Bestandsaufnahme

der Sachverhalte innerhalb der Design-Bodenbelagebene

Die vorgenannte Bestandsaufnahme hat ergeben, dass die nachfolgenden Schadensbilder/Erscheinungsbilder, die von der Bestellerin gerügt werden, an Ort und Stelle ermittelt worden sind:

 

                 Innerhalb der Design-Bodenbelagebene befanden sich „wurmartige“

                 Erhöhungen.

                 In diesen vorgenannten Aufwölbungen des Design-Bodenbelages, je-

weils auf kurzen Nennmaßbereichen, befanden sich Hohlleger.

Die vorgenannten Schadensbilder befanden sich jeweils in den Teilbereichen, wo der

Auftragnehmer die Scheinfugen/Kellenschnitte der Lastverteilungsschicht/Estrichkonstruktion kraftschlüssig mit einem Epoxidharzsystem geschlossen und anschließend nochmals Schleifmaßnahmen durchgeführt hat.

Mit den anwesenden Beauftragten der beteiligten Parteien an Ort und Stelle wurden die entsprechenden Prüfstellen festgelegt.

Die vorgenannten Prüfstellen befanden sich jeweils im Flächenbereich der „Aufwölbungen“ (= wurmartige Erhöhungen) innerhalb der Design-Bodenbelagebene.

 

Ursachenforschung/Lokalisierung der „wurmartigen Erhöhungen“

In den Prüfstellen wurde eine 100 %ige Spachtelmassenspaltung = Kohäsionsbruch ermittelt, d.h. an der Rückseite des Design-Bodenbelages haftete die Spachtelmassenschicht.

Ebenso wurde auf der Oberfläche des Untergrundes (Estrichkonstruktion) die gespaltene Spachtelschicht konstatiert.

            Bezüglich der bereits mehrfach genannten Aufwölbungen (= wurmartigen Erhöhungen) der Design-              Bodenbelagfläche auf kurzen Nennmaßbereichen konnte nachgewiesen werden:

 

            Es wurden keine Abrisse/Risse im Flächenbereich der Scheinfugen/Kellen-

            schnitte festgestellt.

 

            Oberhalb der Scheinfugenausbildung befand sich jeweils eine gebrochene/

            gespaltene mineralische Substanz, die als porös und „brüchig“ einzustufen

            war bzw. ist.

            In diesem vorgenannten Teilflächenbereich lag der Design-Bodenbelag

            (jeweils auf kurzen Nennmaßbereiche) hohl.

            Die vorgenannte mineralische Substanz (mit an Sicherheit grenzender Wahr-

            scheinlichkeit die Spachtelmassenschicht) konnte mittels Finger „zerrieben“

            werden.

            Eine funktionstaugliche Haftung/Arretierung der vorgenannten mineralischen

            Schicht/Substanz zum Epoxidharz (= kraftschlüssige Verdübelung) hingehend

            lag sehr unterschiedlich bezüglich des adhäsiven Verhaltens vor.

            Die schwächste Zone innerhalb dieser hier in Rede stehenden Fußbodenkon-

            struktion befand sich jeweils im Flächenbereich der bereits mehrfach genannten

            Scheinfugen/Kellenschnitte.

            Die vorgenannte mineralische Substanz wies insich selbst Kohäsionsbrüche

            auf.

Wie konnte so etwas passieren?

 

Es wurden Proben/Prüflinge für Laboruntersuchungen entnommen. Die vorgenannten Proben wurden analytisch und nochmals stereomikroskopisch (Rasterelektronenmikroskopie) untersucht, ob es sich bei diesen Kohäsionsbruchsubstanzen um zementäre Spachtelmassenschichten/-substanzen handelt.

 

Die Probenentnahmen im Scheinfugenbereich haben ergeben, dass das Epoxidharz funktionstauglich ausgehärtet und abgebunden war und eine sehr gute Flankenhaftung zu den Estrichwandungen hingehend aufwies.

Es fiel jedoch auf, dass im Bereich der Prüfstellen keine funktionsfähige Quarzsandabstreuung auf der Oberfläche des Reaktionsharzsystems vorlag bzw. ermittelt wurde.

In diesem vorgenannten Teilflächenbereich konnte nachgewiesen werden, dass die Estrichoberfläche einschl. des Reaktionsharzsystems mechanisch durch Schleifmaßnahmen bearbeitet worden ist.

Auch die elektronischen/kapazitiven Feuchtemessungen an Ort und Stelle ergaben nicht den Nachweis, dass eine überhöhte Feuchtigkeit innerhalb der hier in Rede stehenden Fußbodenkonstruktion vorliegt bzw. schadhaft wirksam wurde.

 

Fazit und Beurteilung

Schadensursächlich war und ist, dass das Epoxidharz, welches für das kraftschlüssige Schließen eingesetzt wurde bzw. Verwendung gefunden hat, keine Quarzsandabstreuung aufwies sondern eine „Harzvolumenkonzentration“.

Die Spachtelmassenschicht insich selbst wies somit zum Untergrund hingehend (im Scheinfugenbereich) ein mangelhaftes adhäsives Verhalten auf.

Weiterhin war der Spachtelmassenmörtel „überwässert“, sodass die Spachtelmasse nicht schollenartig abplatzte, sondern als Kohäsionsbruch im Bereich der Scheinfugen/Kellenschnitte vorlag.

 

Der vorgenannte Sachverhalt war für den Auftragnehmer mit der im Verkehr üblichen Sorgfalt erkennbar (dass das Epoxidharzsystem nicht funktionstauglich abgequarzt worden ist und eine spezielle Haftbrücke zusätzlich verwendet wurde).

Im Bereich der bereits genannten „Harzvolumenkonzentration“ gilt bzw. galt der Untergrund somit nicht als verlegereif.

Aufgrund des vorgenannten Sachverhaltes hat der Auftragnehmer für Bodenbelagarbeiten diese hier in Rede stehenden Fußbodenschäden nach dem Verursacherprinzip = Obsiegen /Unterliegen zu vertreten.

Es handelt sich hierbei also um anwendungstechnische Problemstellungen des Auftragnehmers. Diesbezüglich hat der Auftragnehmer auch die erforderlichen Nacherfüllungen zu seinen Lasten durchzuführen.

Der Fotobericht

Die nachfolgende technische Fotodokumentation soll den in diesem Fachbeitrag beschriebenen Sachverhalt verdeutlichen.Die Bilder 1und 2 zeigen sehr deutlich  innerhalb der Design-Bodenbelagfläche aufgrund des Kohäsionsbruches und des mangelhaften adhäsiven Verhaltens der Spachtelmassenschicht im Flächenbereich der Scheinfugen/Kellenschnitte.

die wurmartigen Erhöhungen

die wurmartigen Erhöhungen

Die folgenden Bilder zeigen die Spachtelmassenbruchzonen unterhalb des Design Bodenbelages. Die Spachtelmassenschicht weist erhebliche Kohäsionsbrüche auf, sodass der Untergrund entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Bautechnik nicht als „verlegereif/belegereif“ vorgelegen hat.

Die Schadensursächlichkeit war vor Verlegung für den Auftragnehmer mit der im Verkehr üblichen Sorgfalt erkennbar.

 

           

           

Der Verfasser dieses Fachbeitrages ist der öffentlich bestellte und vereidigte Berufssachverständige und Lehrbeauftragte Siegfried Heuer.

 

 

Die Fußbodengutachter

Hauptverwaltung:
Wittener Straße 265
44149 Dortmund
Tel.: 
0231 98969984                          
Fax: 0231 98969982
Mobile Hotline:
0171 421 4425      

office@ish-institut.de

 

  

 
Erstellt mit RapiLex-WMS